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Myra EU CAPTCHA Online-Hilfe Stand · 25.08.2026

Funktionsweise

Zwei Bestandteile erbringen den Schutz: das Widget, das in einem versteckten Iframe auf der geschützten Seite läuft, und die Verifikations-API des EU CAPTCHAs. Die Prüfung läuft im Hintergrund und verlangt von den Besuchenden keine Eingabe.

Bestandteile

Myra EU CAPTCHA besteht aus den folgenden Komponenten:

Komponente Adresse Aufgabe
Dashboard https://app.eu-captcha.eu Verwaltet Konto, Sitekeys, Berechtigungen und Statistiken.
Widget https://cdn.eu-captcha.eu/verify.js Führt die Prüfung im Browser der Nutzenden aus und erzeugt den Token.
Verifikations-API https://api.eu-captcha.eu/v1 Prüft den Token serverseitig.
Dokumentation https://docs.eu-captcha.eu Enthält dieses Handbuch.

Die geschützte Seite lädt das Widget aus dem CDN und spricht die Verifikations-API an. Wenn Ihre Website eine Content Security Policy sendet, dann muss diese beide Adressen freigeben. Siehe Content Security Policy.

Ablauf einer Prüfung

Eine Prüfung läuft in den folgenden Schritten ab:

  1. Die geschützte Seite lädt verify.js vom CDN.
  2. verify.js erzeugt ein verstecktes Iframe und lädt darin check.html.
  3. check.html lädt check.all.js. Dieses Skript führt die eigentliche Prüfung aus.
  4. Das Iframe meldet den erzeugten Token an verify.js zurück.
  5. verify.js schreibt den Token in ein verstecktes Eingabefeld mit dem Namen eu-captcha-response.
  6. Beim Absenden des Formulars gelangt der Token an den eigenen Server.
  7. Der eigene Server prüft den Token über den Endpunkt POST /verify der Verifikations-API.

Warning

Die Prüfung im Browser allein schützt nicht. Erst die serverseitige Prüfung des Tokens entscheidet über Annahme oder Ablehnung einer Anfrage. Siehe Widget einbinden.

Risikobewertung

Das versteckte Iframe erhebt beim Laden der Seite einen Fingerabdruck aus dutzenden Signalen des Browsers. Die Besuchenden sind daran nicht beteiligt. Die folgenden Gruppen von Signalen fließen in die Bewertung ein:

Signalgruppe Beispiele
Hardware Merkmale des Geräts und die Geometrie des Bildschirms
Rendering Darstellung über WebGL und Audio
Verhalten Mausbewegung, Scrollverhalten und Interaktionen
Netzwerk Merkmale der Verbindung und der Herkunft der Anfrage

Aus diesen Signalen berechnet der Dienst einen Risikowert zwischen 0.0 und 1.0.

Note

Die Gründe für eine Blockierung gibt der Dienst nicht über die API aus. Eine offengelegte Erkennungslogik würde es Angreifenden erlauben, den Schutz gezielt zu umgehen. Siehe Grund für eine Blockierung nicht sichtbar.

Challenge und Proof-of-Work

Der Risikowert bestimmt den Schwierigkeitsgrad der Challenge: Je höher das Risiko, desto aufwendiger die Rechenaufgabe. Der Dienst kennt acht Schwierigkeitsgrade:

Schwierigkeitsgrad Rechenaufwand Trifft zu auf
0 rund 600 Millisekunden Regelfall bei menschlichen Besuchenden. Die Prüfung bleibt unbemerkt.
1 bis 6 ansteigend Auffällige Signale erhöhen den Aufwand schrittweise.
7 rund 30 Minuten Verkehr mit sehr hohem Risiko.

Die Rechenaufgabe ist ein Proof-of-Work. Der Browser erhält zusammen mit der Aufgabe einen Zielwert und probiert in einem Hintergrund-Thread so lange Werte durch, bis das Ergebnis den Zielwert erreicht. Als Verfahren dient Argon2id. Es ist speicherintensiv und dadurch gegen Angriffe über Grafikkarten und Botnetze widerstandsfähig.

Das Widget meldet die Lösung an die Verifikations-API:

  • Antwortet die API mit wait, rechnet der Browser weiter.
  • Antwortet die API mit success, ist die Challenge bestanden und das Widget erhält den signierten Token.

Note

Eine fehlgeschlagene Challenge kennt der Dienst nicht. Eine Challenge wird entweder gelöst oder sie dauert länger. Eine ungewöhnlich lange Dauer weist auf Verkehr mit hohem Risiko hin. Siehe Challenge dauert ungewöhnlich lange.

Note

Der Anfangswert, den Sie je Sitekey einstellen, umfasst die Stufen 0 bis 3. Die höheren Stufen vergibt die Risikoerkennung selbst. Siehe Sitekey konfigurieren.

Prüfmodi

Der Zeitpunkt, zu dem die Prüfung startet, ist einstellbar. Die folgenden Modi stehen zur Verfügung:

Modus Zeitpunkt der Prüfung Einsatz
Solved Immediate (Standard) Die Prüfung startet, sobald die Seite geladen wird. Bestes Nutzererlebnis: Die Prüfung ist bereits abgeschlossen, wenn die Nutzenden das Formular absenden.
Solved Triggered Die Prüfung startet erst, wenn die Nutzenden das Formular berühren. Seiten mit vielen Aufrufen, aber wenigen Absendungen, zum Beispiel Checkout- oder Ticketseiten.

Der Modus wirkt sich auf den Verbrauch aus: Im Modus Solved Immediate zählt jeder Seitenaufruf mit Formular als Assessment, im Modus Solved Triggered nur die tatsächlich begonnenen Absendungen.

Den Modus stellen Sie in den Einstellungen Ihrer eigenen Anwendung um, also dort, wo das Widget eingebunden ist. Die Ansicht Sitekey - [Domain] enthält dafür keine Einstellung.

Ein Assessment zählt, sobald das Widget die Prüfung im Hintergrund beginnt. Die Prüfung im Hintergrund und die zugehörige serverseitige Verifikation zählen zusammen als ein Assessment, unabhängig vom gewählten Modus.